Der Herbst legt ein goldenes Tuch über die Gutslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Alleen leuchten in warmen Farben, das Laub raschelt in den Parks, und in den alten Sälen mischen sich Musik und Stimmen. Es ist die Zeit des Schlösserherbstes, wenn die Türen der Gutshäuser sich noch einmal öffnen und ihre Gäste mit besonderen Programmen empfangen.
Den Auftakt bildete das Gut Hohen Luckow, wo Prof. Dr. Sabine Bock ihr neues Werk „Herrenhäuser. Entwicklung eines Bautyps im Ostseeraum“ vorstellte. Passender könnte der Ort kaum sein, denn im Rittersaal des barocken Herrenhauses wird sichtbar, was ihr Buch beschreibt: die kunstvolle Architektur, die sorgfältig geplanten Formen und der Anspruch dieser Baukultur. Das zweigeschossige Gutshaus mit seinen beiden Ecktürmen aus dem 19. Jahrhundert birgt im zweiten Stockwerk sein Herzstück. Die Decke des Rittersaals ist mit üppigem Stuck von Clerici nach Entwürfen von Karl Maria Pozzi verziert. An den Wänden hängen Familienwappen und allegorische Medaillons, und ein großer vergoldeter Kamin erfüllt den Raum mit Wärme und Glanz.
Der Auftakt in Hohen Luckow machte spürbar, was den Schlösserherbst auszeichnet: die Verbindung von Kunst und Geschichte. Wer Lust hat, den Schlösserherbst selbst zu erleben, findet bis zum 9. November noch in zahlreichen Gutshäusern z. B. Ausstellungen, Musik und Workshops uvm..
Im Wasserschloss Quilow sind Kunstwerke zu sehen, Schloss Rattey lädt zu einem herbstlichen Menü, und in Broock, Ludwigsburg und anderen Gutshäusern erhalten Gäste bei Führungen Einblicke in Restaurierung und Nutzung. Das Gutshaus Woserin beschließt den Schlösserherbst mit Kunst, Lyrik und einem Künstlerdinner am See. Wer das Land mit allen Sinnen erleben möchte, kann bei den Genussreisen durch die Gutshäuser in Ludorf, Lexow, Fleesensee und Fincken regionale Küche und Geschichte miteinander verbinden.
Viele der Gutshäuser bieten zudem besondere Übernachtungsarrangements an. Aufwachen mit Blick auf den Park, ein Frühstück am Kamin und Spaziergänge durch die historischen Anlagen machen den Besuch einzigartig.
