Ein Gutshaus, von dem nur noch einige Mauern standen, konnte gerettet werden und trägt jetzt den schönen Namen Rosengarten. Eingebettet ist das Gutshaus Rosengarten in einer wiederhergestellten Parkanlage auf der Insel Rügen.
Der Ort Rosengarten wurde erstmalig 1318 als „Rosengharde“ mit einem Ackermaß von 15 zu steuerbaren Hakenhufen erwähnt. Im 14. Jahrhundert erwarb der Stralsunder Bürgermeister von der Heyden die Hofstelle von Teze Slaweke. Nach weiteren Besitzwechseln erwarb 1392 der pommersche Herzog Wartislaw VI. den Hof und schenkte es dem Kloster Eldena. Einen weiteren Besitzanteil erhielt das Kloster von der Familie von Putbus. 1578 entstand ein fürstliches Ackerwerk. Von 1631 bis 1815 wurde das Gut verpfändet oder auch verpachtet. Die jeweiligen Eigentümer waren nur eine kurze Zeit im Besitz des Gutes. 1753 war Bertram von Schmiterlöw der letzte Pächter in der schwedischen Zeit von Rügen. Er und sein Schwiegersohn Karl von Rosen betrieben das Gut. Ein Feuer zerstörte in dieser Zeit das Gutsarchiv von Rosengarten.
Während im 16. Jahrhundert bereits das erste Herrenhaus errichtet wurde, wurde das jetzige Gutshaus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermutlich so gegen 1836 von der Familie von Rosen erbaut. Die Parkanlage stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.
Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts Rügen zu Preußen gekommen war, wurde das Gut im Jahr 1815 vom Fiskus an Ludwig Ferdinand von Rosen verkauft. Dieser verkaufte das Gut 1840 an die Familie Haidborn, die es ein Jahr später an den Freiherrn Carl von Langen weiter veräußerte. Derer von Langen hatte sein Hauptgut in Parow. Carl von Langen überließ das Gut dem Freiherrn und königlichen Kammerherr Eduard Gustav August Moritz von Langen (1818-1898). Seine Tochter Anna Karoline Gertrud ehelichte Johannes von Maltzan, Freiherr zu Wartenberg und Penzlin und das Gut fiel 1892 in deren Besitz. Ab 1900 wurde seine Ehefrau Anna von Maltzan als Eigentümerin von Gut Rosengarten geführt, was wohl mit finanziellen Engpässen in Penzlin zu tun hatte. 1903 wurde bei geologischen Bohrungen eine Heilwasserquelle entdeckt, die Hertha-Quelle. In Rosengarten wird ein Kur- und Badebetrieb eingerichtet. 1911 wurde das Gut Rosengarten an Gustav Wohltmann verkauft. Das Rittergut mit 491 Hektar und einer großen Viehzucht wurde zunächst von dem Besitzer und später von seinem Sohn Gustav Wohltmann betrieben.
Gustav Wohltmann jun. wurde im Herbst 1945 durch die Bodenreform enteignet. In der Parkanlage befindet sich das Grab des Ehepaares Wohltmann. Das Land wurde aufgeteilt und an Neubauern übergeben. Das Gutshaus wurde für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Von 1955 – 1990 nutzte die LPG „Charanza“ die Gutsanlage. Im Gutshaus wurde ein Kinderheim untergebracht. Ab 1990 löste sich die LPG auf und das Gutshaus mit den Wirtschaftsgebäuden verfiel.
Im Jahr 1996 brannte neben dem Wirtschaftsgebäude auch das Gutshaus bis auf die Grundmauern nieder. Beim Gutshaus sicherte man die Außenwände. Im Inneren des eingeschossigen Backsteinbaus mit dem breiten zweigeschossigen Mittelrisalit ist von den Stuckdecken, der Haupttreppe und den Türen nichts mehr erhalten. 2017 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.
Dem Hamburger Kaufmann Joachim Berg gelang es 2002, die ersten Grundstücke der ehemaligen Gutsanlage zu erwerben. Aus den Ruinen des Gutshauses und des Wirtschaftsgebäudes wurde ab 2017 das ruinöse Gutshaus nach altem Vorbild neu aufgebaut und wird nun vom Eigentümer bewohnt. Seit 2020 erstrahlt das Gutshaus in neuem Glanz. Der Frontispiz im Mittelrisalit wird wieder wie früher von einer Uhr mit Zifferblatt geziert. Der Putzbau präsentiert sich heute mit einem Krüppelwalmdach und die Gebäudeecken mit Putzrustizierung. Im Inneren des Gutshauses ist aus der Entstehungszeit nichts mehr vorhanden. Der Park mit seinem alten dendrologischen Bestand wurde wieder begehbar gemacht und ist öffentlich zugänglich.
