Das Gutshaus Zapel steht unmittelbar an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zapel liegt in einer von Wiesen und Ackerflächen geprägten Landschaft, die sich bis in den Grabower Horst erstreckt und heute zur Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz gehört. Das Gutshaus wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet und in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Der ehemalige Gutspark liegt hinter dem Haus und wird heute wieder genutzt.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1312, als Zapel unter der Bezeichnung „Stapel“ genannt wurde. Weitere überlieferte Schreibweisen sind 1349 „Zapel“, 1493 „tho Zapell“ und 1541 „Sapel“. Nach der ersten Erwähnung wurde der Ort wüst. Für die Entstehung des heutigen Zapel war die Gründung eines Vorwerkes und dessen Ausbau zu einem Gut im 17. Jahrhundert entscheidend. Aus diesem Vorwerk entwickelte sich das Rittergut.
Zapel war über mehrere Generationen ein Gutsdorf im Besitz des mittelmärkischen Adelsgeschlechts von Bredow und gehörte zur Familienlinie Landin-Kriele. Hauptmann Karl Ernst Samuel von Bredow (1777–1825) vererbte das Nebengut Zapel an seinen Enkel Hermann Bernhard Ferdinand von Bredow (1842–1918), einen preußischen Generalleutnant und Generalmajor. Bernhard von Bredow war mit Margarete von Schmeling (1847–1934) verheiratet. Die Besitzerfamilie wohnte hauptsächlich in der Stadt Brandenburg. Sein Vater Hasso von Bredow (1812–1864) war westhavelländischer Landrat und Gutsbesitzer in Landin mit einem Nebengut in Kriele. Seine Mutter war Valeska Gräfin von Schmettow (1823–1895). Bernhard von Bredow (1842–1918) besuchte die Ritterakademie in Brandenburg an der Havel und trat 1860 in das Kürassier-Regiment „Kaiser Nikolaus I. von Russland“ ein. Von 1861 bis 1864 war er Ordonnanzoffizier bei Prinz Friedrich Karl von Preußen (1828–1885). Im Krieg von 1870/1871 nahm er unter anderem an der Schlacht bei Gravelotte teil und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie das Mecklenburgische Verdienstkreuz. 1872 wurde er Rittmeister, 1882 Major, 1889 Oberstleutnant und Regimentskommandeur, 1891 Oberst und 1895 Generalmajor. 1897 nahm er seinen Abschied. 1912 wurde ihm der Charakter als Generalleutnant verliehen. Seit 1874 war er Ehrenritter und seit 1886 Rechtsritter des Johanniterordens. 1889 erhielt er zudem den Königlichen Kronen-Orden II. Klasse. Das Ehepaar bekam eine Tochter und ein Sohn hervor. Elisabeth Valeska Alexandra von Bredow (1872- unbekannt) heiratete 1895 Hans von Tschirschky und Bögendorff, der Regiments und Brigade Kommandeur, zuletzt Generalmajor und Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II. war. Die Ehe wurde 1922 geschieden. Hasso Eckhard Bernhard von Bredow (1873-1945) war zunächst Kadett in Potsdam und später aktiver Offizier. Er lebte zeitweise in den Vereinigten Staaten, arbeitete als Kaufmann in Deutschland und war Musiker, zuletzt Hauptmann außer Dienst. Seine 1900 geschlossene Ehe mit Elisabeth von Dehn Rotfelser (1878-1957) wurde 1910 geschieden. Aus dieser Ehe gingen keine Nachfahren hervor.
Vor 1900 war Zapel ein kreistagsfähiges Rittergut im Besitz des späteren Politikers und peußischen Oberst Max von Bredow (1817-1893) mit Wohnsitz in Berlin, er war der jüngere Bruder von Bernhard von Bredow. Der Besitz umfasste 622 Hektar, darunter mit 106 Hektar einen beträchtlichen Waldbesitz. Zu den Teilhabern gehörten der Konteradmiral Joachim von Bredow (1858–1914), der Landrat Hans von Bredow und der preußischer Generalleutnant Paul von Bredow. Joachim von Bredow (1858-1914) war der jüngste Sohn des Gutsbesitzers Hermann von Bredow (1820-1885) auf Stechow und dessen Ehefrau Ida. Er trat 1875 in die Kaiserliche Marine, wurde 1904 zum Kapitän zur See befördert und wurde 1909 Konteradmiral. Joachim von Bredow heiratete 1891 Ella Freiin von Meyern Hohenberg (1865-1944); aus der Ehe gingen neun Kinder hervor.
Die Familie von Bredow verpachtete das Gut an den Oberamtmann Hans Stubbendorff (1851–1931), der seit 1876 als Pächter in Zapel tätig war. Seit 1895 war er außerdem Pächter von Semlin bei Karstädt. Über mehr als zwanzig Jahre amtierte er als Amtsvorsteher des Amtes Pinnow. Von 1898 bis 1918 gehörte er der Deutsche Reichspartei dem Deutschen Reichstag an. Von 1901 bis 1908 war er zudem Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Die Familie Stubbendorff blieb auch in der folgenden Generation mit dem Gut verbunden. Hans Stubbendorffs Sohn Walter Stubbendorff (1888–1945) folgte seinem Vater als Pächter von Zapel nach dem Krieg und übernahm später die Gutsherrschaft. Nach einer privilegierten Schulausbildung in Putbus und Lüneburg, absolvierte er eine landwirtschaftlichen Ausbildung und war zunächst als landwirtschaftlicher Beamter tätig. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reserveoffizier. 1914 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse, später das Eiserne Kreuz I. Klasse. Walter Stubbendorff war u. a. Vorstandsmitglied des Brandenburgischen Landbundes, Vorsitzender der Abteilung des Landbundes im Kreis Westprignitz und vertrat den Brandenburgischen Landbund im Bundesvorstand des Reichslandbundes. Nach der Revolution gehörte er dem Kreisausschuss des Kreises Westprignitz an und war seit 1928 Kreisdeputierter. Von 1924 bis 1932 gehörte er als Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei dem Deutschen Reichstag an. Kurz vor der großen Wirtschaftskrise von 1929/1930 wird Walter Stubbendorff im zuletzt publizierten Brandenburgischen Güteradressbuch als Gutsbesitzer von Zapel genannt. Zum Gutsbetrieb gehörte eine Schafswirtschaft mit 500 Tieren. Weitere Zweige des landwirtschaftlichen Betriebes wurden intensiviert. Das Gut verfügte über eine für die damalige Zeit als modern bezeichnete Brennerei und ein Bewässerungssystem für die landwirtschaftlichen Flächen. Auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung des späteren Gutsbesitzers Stubbendorff wurde die noch erhaltene Pflasterstraße aus Kleingranitsteinen zwischen dem Bahnhof Klein Warnow und Mellen gebaut. Walter Stubbendorff blieb bis 1945 Gutsbesitzer und starb dort am 2. Mai 1945.
Das im barocken Stil erbaute Gutshaus Zapel wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Es ist ein eingeschossiger, massiver Putzbau mit sieben Achsen und einem Mansardenwalmdach. Bauherr war vermutlich die Familie von Bredow.Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Gutshaus mehrfach umgebaut.
Mit der Enteignung durch die Bodenreform endete die überlieferte Gutsbesitzfolge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gutshaus zunächst als Schule genutzt, später war darin eine Kindereinrichtung untergebracht.
1998 wurde das Gutshaus verkauft und schließlich saniert. Der verwilderte Park wurde freigeschnitten und wieder nutzbar gemacht. Die Räumlichkeiten wurden in aufwendiger Kleinarbeit wieder hergerichtet. Das Gutshaus wurde nach der Sanierung gewerblich als Ferien- und Hochzeitsdomizil genutzt. Im großen Gartenpavillon fanden zahlreiche Trauungen statt. Auch Übernachtungsmöglichkeiten waren vorhanden. Heute befindet sich das Gutshaus in privater Nutzung. Alte Wirtschaftsgebäude des Guts sowie das alte Gutsverwalterhaus von 1890 sind noch vorhanden.

