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Residenzschloss Altenburg © Historische Häuser

Residenzschloss Altenburg in Thüringen

Das Residenzschloss Altenburg erhebt sich auf einem Felsen über der Stadt Altenburg im Osten Thüringens. Seine Geschichte reicht bis in die Zeit vor der mittelalterlichen Burg zurück. Auf dem Schlossberg befand sich zunächst eine slawische Wallanlage. Im 12. Jahrhundert wurde die Burg unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa zur Kaiserpfalz ausgebaut. Nach dem Übergang an die Wettiner im Jahr 1307 entwickelte sich die Anlage über eine Renaissanceburg und ein barockes Schloss zur herzoglichen Residenz. Heute gehören mittelalterliche Wehranlagen, die Schlosskirche St. Georg, die fürstlichen Wohn- und Repräsentationsräume sowie mehrere Gebäude des 19. Jahrhunderts zum Schlosskomplex. Östlich der Schlossgebäude erstreckt sich der Park, dessen Gestaltung sich von einem Gartenbereich im Umfeld des herzoglichen Küchengartens zwischen 1787 und 1850 zu einem Landschaftsgarten entwickelte. Mit dem Ende der Monarchie 1918 verlor das Schloss seine Funktion als fürstliche Residenz.

Vom slawischen Siedlungsraum zur Kaiserpfalz

Vor der Entstehung der mittelalterlichen Burg befand sich auf dem Schlossberg eine slawische Wallanlage. Seit dem 6. Jahrhundert lebten slawische Bevölkerungsgruppen, darunter Sorben, im Gebiet zwischen Elbe und Saale. Das Altenburger Land lag zwischen den Flüssen Pleiße und Elster und gehörte zu den Gauen Geraha und Plisni. Natürliche Waldgrenzen dienten der Abgrenzung dieser Verwaltungseinheiten, deren Mittelpunkte durch Gauburgen gebildet wurden.

Im Jahr 976 wurde Altenburg erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit lag die befestigte Anlage auf dem Schlossberg noch außerhalb der Stadtgrenzen. Unter Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) wurde die Burg im 12. Jahrhundert zur Kaiserpfalz ausgebaut. Altenburg lag im Reichsland Pleißen, das eine Verbindung zwischen Nürnberg und dem Harz bildete und zugleich die Ausdehnung der Herrschaft und Besiedlung in Richtung Erzgebirge unterstützen sollte. Die Pfalz diente wiederholt als Aufenthaltsort deutscher Könige und Kaiser. Friedrich Barbarossa hielt sich zwischen 1165 und 1185 sechsmal in Altenburg auf. Auch Lothar III., Konrad III., Heinrich VI., Otto IV. und Friedrich II. besuchten den Ort. Im Jahr 1180 belehnte Barbarossa auf der Altenburger Pfalz den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern.

Zur Sicherung und Verwaltung des königlichen Besitzes waren von 1147 bis 1329 Burggrafen von Altenburg eingesetzt. Neben der Kaiserpfalz bestand damit eine eigene burggräfliche Herrschaft. Von der mittelalterlichen Anlage sind unter anderem die Flasche, ein romanischer Bergfried, und der Hausmannsturm erhalten. Die Flasche wird in das frühe 11. Jahrhundert datiert. Ihre Bruchsteinmauern sind bis zu vier Meter stark. Im Laufe der Zeit wurde der Turm als Wohnturm, Verlies, Kornspeicher und Waffenlager genutzt. Sein spitzes Schieferdach stammt aus dem Jahr 1561. Der Hausmannsturm entstand im 12. Jahrhundert und ist mit 32 Metern der höchste Bau der Schlossanlage. Ursprünglich besaß er einen Zinnenkranz. Im Inneren führt ein ansteigender Wendelgang bis zum Turmzimmer. Die Konstruktion erleichterte den Transport von Kanonen.

Der Übergang an die Wettiner und der Prinzenraub

Mit der Schlacht bei Lucka im Jahr 1307 gelangten Altenburg und das zugehörige Territorium in den Besitz der Wettiner. Das sächsische Fürstenhaus prägte fortan die Geschichte der Stadt und den Ausbau der Burg.

Ein bekanntes Ereignis aus dieser Zeit ist der Sächsische Prinzenraub von 1455. Kunz von Kauffungen (1410-14155) entführte die Prinzen Ernst (1441-1486) und Albrecht (1443-1500) aus ihren Gemächern im Schloss. Die beiden Söhne des sächsischen Kurfürsten Friedrich II. (1412-1464)  wurden nach kurzer Zeit befreit, Kunz von Kauffungen wurde hingerichtet. Ernst und Albrecht begründeten später die ernestinische und die albertinische Linie des Hauses Wettin. Die Teilung der wettinischen Gebiete wirkte sich in den folgenden Jahrhunderten auch auf die Herrschaftsverhältnisse in Altenburg aus.

Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg schrittweise zu einer Renaissanceanlage umgestaltet. Neben den Wehrbauten entstanden repräsentative Wohn- und Hofgebäude. Ältere Teile der Befestigung blieben erhalten. Das Renaissance-Torhaus war bis 1640 der einzige Zugang zur Burg. Im Osten und Norden bestehen Teile der Zwingermauern und Schalentürme fort.

Die Schlosskirche St. Georg

Die Schlosskirche St. Georg wurde zwischen 1404 und 1414 im Auftrag der Wettiner im gotischen Stil errichtet. Aufgrund des felsigen Untergrunds entstand sie auf einem Altan. Im Jahr 1413 wurde sie zur Stiftskirche des Georgenstifts, das bis 1533 bestand. Ein Brand führte 1444 zum Einsturz des Kirchengewölbes. Beim Wiederaufbau erhielt der Innenraum ein spätgotisches Sterngewölbe mit aufwendigem Maßwerk. Zur historischen Ausstattung gehören eine Seccomalerei aus dem Jahr 1488, die Christus vor Pontius Pilatus zeigt, das Chorgestühl aus der Zeit um 1500 und die Kanzel von 1595. Zwischen 1644 und 1649 ließ Christoph Richter die Kirche barock ausstatten. Dazu gehörten ein zweistöckiger Altar, Betstühle, Emporen und eine Fürstenloge. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts diente die Schlosskirche auch als Begräbnisstätte der herzoglichen Familie. Die Fürstengruft befindet sich im Nordschiff. Vor den Altarstufen liegt das Grabmal der Kurfürstin Margaretha von Sachsen aus dem Jahr 1486, geschaffen von Peter Vischer. Sie war die Mutter der Prinzen Ernst und Albrecht.

Besondere Bedeutung besitzt die Orgel von Tobias Heinrich Gottfried Trost, die zwischen 1735 und 1739 entstand. Der Bauvertrag wurde am 13. Juni 1735 geschlossen. 1737 kamen unter anderem eine Posaune mit 32-Fuß-Register, ein Cornet und ein Glockenspiel hinzu. Johann Sebastian Bach spielte auf dem Instrument. Johann Ludwig Krebs war von 1756 bis 1780 Organist der Schlosskirche. Im Jahr 1882 veränderte Friedrich Ladegast die Orgel und entfernte das 32-Fuß-Register. Während des Ersten Weltkriegs gingen die Prospektpfeifen für die Rüstungsindustrie verloren. Auch Feuchtigkeit und der schlechte Zustand des Kirchengebäudes beeinträchtigten das Instrument. Zwischen 1974 und 1976 restaurierte die Orgelbaufirma Eule die Orgel auf den Zustand von 1739 zurück. Dabei wurde auch das 32-Fuß-Register rekonstruiert.

Vom Herzogtum Sachsen-Altenburg zum Barockschloss

Im Jahr 1603 entstand das Herzogtum Sachsen-Altenburg, die sogenannte Ältere Altenburger Linie. Unter Herzog Friedrich Wilhelm II. und seiner Frau Magdalena Sibylle, einer gebürtigen kursächsischen Prinzessin, entwickelte sich ab etwa 1650 ein höfisches Leben, das auch Kunst und Kultur umfasste. Nach dem Aussterben der Linie im Jahr 1672 fiel das Gebiet an das Haus Sachsen-Gotha-Altenburg. Altenburg verlor zunächst seinen Rang als eigenständige Residenzstadt, blieb jedoch ein wichtiger Ort innerhalb des herzoglichen Herrschaftsgebietes.

Zwischen 1706 und 1744 ließen die Herzöge Friedrich II. und Friedrich III. die Burg zu einem barocken Schloss umbauen. Dabei entstanden neue Wohn- und Repräsentationsräume, während Teile des mittelalterlichen Baubestandes erhalten blieben. Die Lage auf dem Porphyrfelsen begrenzte die Möglichkeiten einer einheitlichen Neuplanung. Das Corps de Logis, der Hauptwohn- und Repräsentationsbau, befindet sich deshalb im westlichen Teil der Anlage und nicht in deren Mitte. Über dem Haupteingang war ein aufwendiger Turm vorgesehen, der jedoch nicht ausgeführt wurde. Auf zeitgenössischen Zeichnungen und Gemälden ist er dennoch dargestellt.

Zu den bedeutenden Innenräumen zählen der Festsaal, der Johann-Sebastian-Bach-Saal, der Goldsaal sowie die herzoglichen Wohnräume. Sie spiegeln unterschiedliche Bau- und Ausstattungsphasen wider.

Der Festsaal

Der Festsaal wurde zwischen 1730 und 1734 im Zuge des barocken Schlossumbaus gestaltet. Nach einem Brand im Jahr 1864 musste die Innenausstattung vollständig erneuert werden. Die Wiederherstellung wurde 1868 abgeschlossen. Dabei blieb die historische Raumaufteilung erhalten, während die Gestaltung dem Geschmack des 19. Jahrhunderts angepasst wurde. Die Empore wird von kräftigen Säulen und Pfeilern aus rotem westfälischem Marmor getragen. In den oberen Wandbereichen befinden sich Rundbogenfelder neben zwei Reihen hoher Fenster. Gemeinsam mit dem Deckengemälde greifen sie die antike Erzählung von Amor und Psyche auf. Die malerische Ausgestaltung stammt von Karl Moßdorf, einem Schüler Moritz von Schwinds. Für die architektonische Gestaltung war der Altenburger Oberbauinspektor Julius Richard Enger verantwortlich; bei Fragen zu Details und Materialien beriet ihn der Berliner Architekt Friedrich August Stüler. Der heutige Raum verbindet somit die barocke Grundkonzeption mit einer historistischen Neugestaltung des 19. Jahrhunderts.

Der Johann-Sebastian-Bach-Saal

Der heutige Johann-Sebastian-Bach-Saal geht auf einen Kirchensaal zurück, dessen Raumkonzeption aus der Bauphase von 1605 bis 1609 stammt. Die ursprüngliche Ausstattung war aufwendig und umfasste unter anderem kostbare, mit Gold durchwirkte Wandbespannungen. Eine spätere barocke Gestaltung wurde durch einen Brand im Jahr 1905 zerstört. Die anschließende Neugestaltung erfolgte nach Entwürfen des Berliner Architekten Bodo Ebhardt. Der Saal wurde 1906 in Formen der Neorenaissance fertiggestellt. Zehn großformatige Gemälde von Richard Böhland mit historischen Szenen sind in die Decke eingefügt. Zur Ausstattung gehören außerdem reich geschnitzte Holzelemente, Stuckarbeiten, Wandvertäfelungen, ein Sandsteinkamin und ein Kachelofen.

Der Goldsaal

Auch der Goldsaal erhielt seine heutige Ausstattung im Zuge der Wiederherstellung des nach dem Brand von 1864 beschädigten Schlossflügels. Die Gestaltung verbindet historistische Elemente mit einer zurückhaltenden, annähernd klassizistischen Formensprache. Feine Stuckprofile gliedern die Decke, während zahlreiche Pilaster die Wände strukturieren. Die Farbgebung ist dezent gehalten. Besonders prägend sind die großflächigen Wandverkleidungen aus Stucklustro. Bei dieser Technik wird eine geglättete Stuckoberfläche so behandelt, dass sie einen glänzenden Eindruck erhält. Der Raum unterscheidet sich damit deutlich von der stärker bewegten und farbintensiven Gestaltung des Festsaals.

Empirezimmer und Alexandrazimmer

Die beiden herzoglichen Wohnräume entstanden in einer zweiten barocken Ausbauphase ab 1724. Sie waren für Herzog Friedrich III. und seine Frau vorgesehen. Die Deckenmalereien zeigen Szenen aus dem Leben Apollons, der in der höfischen Bildsprache als Sinnbild des Herrschers diente. Ursprünglich waren die Wände mit textilen Bespannungen versehen. Im heutigen Empirezimmer kam ein transparent wirkender, in einem kräftigen Grünton gefärbter Leinwandbezug zum Einsatz.

Während der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 wurden die Schlossräume als Lazarett genutzt. Aus Sorge vor zurückgebliebenen Krankheitserregern ließ man anschließend zahlreiche barocke Ausstattungsstücke entfernen. Die erneute Einrichtung begann 1824 und konzentrierte sich zunächst auf das zweite Obergeschoss. Die Räume dienten unter anderem als Vorzimmer und Audienzraum Herzog Josephs. 1834 wurden Arbeiten an den unteren Wandverkleidungen, den sogenannten Lambris, vorgenommen. Die ursprünglichen Deckenmalereien blieben bis 1844 erhalten. In dem später als Empirezimmer bezeichneten Raum wurde die Decke damals überarbeitet und mit einer neuen Gliederung versehen. Sie umfasst eine Rosette, vier Eckornamente sowie die Wappen von Altenburg und Württemberg und ein gekröntes Monogramm. Der breite, reich vergoldete Stuckbereich gehört ebenfalls zu dieser Ausstattungsphase.

Die heutige Gestaltung des Alexandrazimmers orientiert sich an historischen Belegen für eine rote Seidentapete, die im 19. Jahrhundert den Raum prägte. Der Parkettboden besteht aus Kirsch-, Mahagoni- und Palisanderholz. Die Bezeichnung Empirezimmer verweist auf die Empiremöblierung um 1820. Der Name Alexandrazimmer kam vermutlich erst im späten 19. Jahrhundert auf und bezieht sich auf das Porträt von Alexandra, einer als Prinzessin von Sachsen-Altenburg geborenen Großfürstin von Russland.

Die herzogliche Bibliothek

Die Ausstattung der herzoglichen Bibliothek stammt überwiegend aus dem Jahr 1908. Profilierte Gesimse und Pilaster greifen Formen der Neorenaissance auf, während einzelne Details dem Jugendstil zuzuordnen sind. Die Entwürfe, darunter auch die Gestaltung des Kamins, gehen auf den Altenburger Hofbaubeamten Theodor Hoppe zurück. Zahlreiche bildliche Darstellungen mit Bezug zum Thema Buch schmücken die Wände. Ein Bildzyklus an den Fenstern zeigt bedeutende Kulturen verschiedener Weltregionen, darunter die altägyptische Kultur mit ihren Pyramiden. Über dem Kamin befindet sich eine Bronzetafel, die an den Prinzenraub von 1455 erinnert. In der Bibliothek fanden in der Vergangenheit auch kleinere Festlichkeiten statt. Im April 1943 übergab Herzog Ernst II. das Schloss im Goldsaal formell an die Stadt Altenburg.

Das Triumphtor und der Schlosspark

Auch das Triumphtor gehört zum barocken Ausbau. Es bildet den Abschluss der Schlossauffahrt von der Stadt zum Schlossberg. Auf der Außenseite befinden sich ein Hermelinmantel mit dem Monogramm Friedrichs II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, eine Herzogskrone sowie Vasen und Trophäen. Die zum Schlosshof gerichtete Seite zeigt das Staatswappen des Herzogtums und Figuren, die Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Tapferkeit und Weisheit verkörpern. Die Bezeichnung Triumphtor setzte sich erst im 19. Jahrhundert durch.

Die Entwicklung des Schlossparks begann bereits früher. In den Jahren 1593 und 1594 wurde östlich des Schlosses auf einem bewaldeten Bergrücken ein Garten angelegt, der an den herzoglichen Küchengarten anschloss. Zwischen 1787 und 1850 wandelte sich der Bereich zu einem Landschaftsgarten.

Die jüngere Altenburger Linie und die Baugeschichte des 19. Jahrhunderts

Nach dem Aussterben des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg im Jahr 1825 wurden die ernestinischen Gebiete neu verteilt. Ein Vertrag vom 11. August 1826 regelte die Neuordnung. Friedrich aus dem Haus Sachsen-Hildburghausen erhielt das Altenburger Gebiet und wurde erster Herzog der Jüngeren Altenburger Linie. Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Jahr 1826 wurde Altenburg erneut Residenzstadt. Die Innenräume des Schlosses verweisen auf die unterschiedlichen Phasen seiner Nutzung als fürstlicher Wohnsitz. Im zweiten Obergeschoss befinden sich Räume der jüngeren Altenburger Linie, während das dritte Obergeschoss Gemächer aus der kurfürstlichen Zeit und der älteren Altenburger Linie umfasst.

Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg (1826-1908) regierte von 1853 bis zu seinem Tod im Jahr 1908. Sein Neffe Ernst II. von Sachsen-Altenburg (1871-1955) folgte ihm 1908 und war der letzte regierende Herzog. Mit dem Ende der Monarchie 1918 dankte Ernst II. ab. Das Herzogtum ging im Freistaat Thüringen auf, und das Schloss verlor seine Funktion als fürstliche Residenz.

Die Baugeschichte des 19. Jahrhunderts war von mehreren Bränden geprägt. Ein schweres Feuer zerstörte 1868 das Prinzenpalais und das Kornhaus; sechs Feuerwehrleute kamen dabei ums Leben. Zwischen 1868 und 1871 wurden das Prinzenpalais und das Hofmarschallamt unter der Leitung des herzoglichen Baurats Julius Robert Enger (1820-1890) neu errichtet. Das Hofmarschallamt entstand an der Stelle des ehemaligen spätgotischen Kornhauses und erhielt eine palaisartige Gestaltung in Formen der Neorenaissance. Das Prinzenpalais diente als Wohngebäude für Mitglieder der herzoglichen Familie. Auch die für den Betrieb des Schlosses notwendigen Einrichtungen wurden erneuert. So entstand 1864 neben dem Bergfried Flasche ein neues Waschhaus im neugotischen Stil. Eine Zisterne im Inneren diente der Wasserversorgung des Schlosses. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Vom herzoglichen Wohnsitz zum öffentlichen Kulturort

Nach dem Ende der Monarchie 1918 nutzte die Stadt Altenburg das Schloss. Ab 1919 wurde hier die herzogliche Rüst- und Antiquitätenkammer erstmals öffentlich ausgestellt. 1923 folgte die erste Ausstellung des Spielkartenmuseums.

Am 10. April 1943 übergab der ehemalige Herzog Ernst II. das Schloss formell an die Stadt Altenburg. Damit ging die Anlage in kommunalen Besitz über.

Ein schwerer Brand zerstörte am 23. April 1987 die Junkerei nahezu vollständig. Das Gebäude war im 16. Jahrhundert als Pferdestall errichtet worden und diente später der Unterbringung von Pagen und Junkern. Nach dem Feuer blieben nur die Außenmauern stehen. Nach der politischen Wende wurde die Junkerei wiederaufgebaut. Heute befindet sich dort das Thüringische Staatsarchiv Altenburg.

Seit dem 1. Oktober 2020 gehört das Residenzschloss zur Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Altenburger Museen, die es mit dem Lindenau-Museum verbindet. Die museale Nutzung umfasst die herzoglichen Gemächer des 17. und 18. Jahrhunderts, Räume aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie das Spielkartenmuseum. Der Festsaal und der Schlosshof werden außerdem für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

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