Das Gutshaus Bassendorf liegt südöstlich von Tribsees im vorpommerschen Hinterland, in unmittelbarer Nähe der Trebel. Wer den Ort erreichen will, fährt über eine lange Kastanienallee, die von Fäsekow nach Bassendorf führt. In der flachen Niederung der Trebel öffnet sich eine weite Landschaft, in der sich das ehemalige Rittergut mit seinen verbliebenen Strukturen bis heute einordnet. Ein etwa ein Hektar großer Gutspark mit einer Lindenallee ist noch vorhanden.
Die Geschichte des Ortes reicht in das 13. Jahrhundert zurück und ist früh in größere Zusammenhänge eingebunden. Im Jahr 1273 wird die Umgebung im Zusammenhang mit Besitzungen des Klosters Neuenkamp urkundlich genannt. Die dort beschriebenen Flächen lagen zwischen Kakernehl und Hildebrandshagen und erstreckten sich bis an Gewässer und Niederungen, die auch den Raum von Bassendorf berühren. Im Jahr 1275 schenkte Fürst Wizlaw II. dem Kloster Neuenkamp Stubbenorf südlich von Tribsees. Dieses Gebiet reichte bis an die Trebel und grenzte auf der anderen Seite an Fäsekow und Bassendorf, im Norden zudem an das wüste Wockenstede und an das seit 1245 klösterliche Dorf Techlin. In dieser Zeit entwickelten sich entlang der Trebel neue Siedlungen im Zuge der deutschen Ostsiedlung, während ältere wendische Orte in der Umgebung weiterhin bestanden. Auch Bassendorf gehörte zu diesen frühen dörflichen Anlagen. Die Siedlungsstruktur dieser Zeit war vielschichtig. Neben den neu entstehenden deutschen Dörfern bestanden ältere slawische Orte weiter fort. Während sich die wendischen Siedlungen häufig in den Niederungen hielten, entstanden die neu gegründeten Dörfer auf den höher gelegenen Flächen und wurden dadurch weithin sichtbar.
Die älteren Herrschaftsverhältnisse des Ortes reichen zugleich in den Zusammenhang der Nehringer Güter zurück. Zu den frühen Besitzungen der ersten genealogischen Linie der Familie Buggenhagen gehörten Nehringen, Glewitz, Durow, Bassendorf, Besekow, Bauersdorf, Langenfelde, Camper, Jankendorf, Medrow, Tellin, Sieden-Büssow, Broock, Bokholz, Hohen-Büssow, Zarnekow, Pustow, Damerow, Vierow, Böken, Rothemühl und Zarnewanz. Einige dieser Besitzungen, darunter auch Broock als Hauptsitz, wurden noch vor 1631 wieder veräußert. Für Bassendorf trat im weiteren Verlauf die Familie von Behr als prägende Rittergutsfamilie hervor.
Im kirchlichen Gefüge war Bassendorf zunächst in das Kirchspiel Dorow eingebunden, das bereits im 13. Jahrhundert über eine Kirche verfügte. Diese war mit Unterstützung der Zisterzienser aus Dargun errichtet worden und bildete das religiöse Zentrum für die umliegenden Ortschaften. Für das Jahr 1403 ist ein Haus in Bassendorf belegt, das sich im Besitz eines Vikars des Bischofs von Schwerin befand. Neben dieser übergeordneten Bindung bestand in Bassendorf selbst eine Kapelle, die von Nehringen aus betreut wurde. Diese lokale kirchliche Einrichtung bestand bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Jahr 1583 ließ der herzögliche pommersche Landrat und Regierungsrat Adam von Behr (1532–1599) die Kapelle abbrechen, um die Einwohner nach Deyelsdorf umzupfarren. Damit endete die eigenständige kirchliche Funktion des Ortes.
Seit dem Mittelalter war Bassendorf ein Rittergut der Familie von Behr. Die Besitzverhältnisse blieben über lange Zeit stabil, bis der Dreißigjährige Krieg einen tiefgreifenden Einschnitt brachte. In dessen Verlauf wurde Vorpommern schwedisch und Jürgen von Behr enteignet. Um 1637 gelangte Bassendorf sowie einige weitere Güter an den schwedischen Freiherrn, Generalmajor und Reichsrat Hans Wachtmeister zu Björkö (1609–1652). Mit ihm begann die über mehrere Jahrhunderte währende Zugehörigkeit des Gutes zur Familie von Wachtmeister, die bis zur Bodenreform 1945 Bestand hatte. Die zweite, in Preußen ansässige freiherrliche Linie der Familie wurde 1816 in Berlin in den Grafenstand erhoben.
Für das 19. und frühe 20. Jahrhundert lässt sich die Besitzfolge genauer fassen. Zunächst erscheint Axel Karl Dietrich Freiherr von Wachtmeister (1729–1807) als Besitzer. Ihm folgte Axel Hans Dietrich Graf von Wachtmeister (1772–1837), Oberstleutnant in schwedischen Diensten, der auf Deyelsdorf, Bassendorf, Fäsekow und Eixen saß und mit Sophie von Bilow (1775–1828) verheiratet war. Die Nachfolge trat Carl Hans Axel Friedrich Graf von Wachtmeister af Björkö (1801–1866) an, dessen Ehefrau Adelaide Marie Louise Philippine von der Lancken (1804–1863) war.
Auf ihn folgte sein Sohn Axel Malte Carl Wachtmeister af Björkö, greve (1840–1913), Ehrenritter des Johanniterordens. Dass die Familie von Wachtmeister ihrer schwedischen Herkunft weiterhin eng verbunden blieb, zeigt auch seine Eheschließung im Mai 1871. In Wanstatorp in Schweden heiratete er seine entfernte Cousine Sofie Fredrique Elisabet Tomasine Wachtmeister af Björkö (1843–1905), genannt Thomazine, eine Tochter von Carl Leopold Philipp Julius Wachtmeister af Björkö und Dorothea Thomasine Rosencrantz (1823–1887).
In der folgenden Generation übernahm sein Sohn Axel Erich Karl Graf von Wachtmeister (1877–1945) den Besitz. Er war Fideikommissherr und Leutnant außer Dienst. Seine Ehe mit Maria Agnes Elisabeth Clara Ziemssen, geschlossen am 4. März 1901 in Berlin, verband ihn mit einer bürgerlichen Familie. Als nächster Erbe stand bereits sein Sohn Axel-Erich Wilhelm Max Graf von Wachtmeister bereit, der am 27. Februar 1903 in Berlin geboren wurde. Durch die Enteignung im Jahr 1945 kam es jedoch nicht mehr zu einem weiteren Übergang des Gutes innerhalb der Familie. Mit dem Tod Axel Erich Karl Graf von Wachtmeisters am 2. Mai 1945 in Bassendorf endete die jahrhundertelange Besitzzeit der schwedischen Familie von Wachtmeister.
Das Gut umfasste in dieser Zeit 847 Hektar, darunter 171 Hektar Waldbesitz im Jahr 1939. Im Mittelpunkt des Gutsbetriebes stand eine intensive Schafhaltung mit etwa 400 Tieren. Die landwirtschaftliche Nutzung bildete die Grundlage des Betriebes. Eine Auktion aus dem Jahr 1814 zeigt die Breite des Viehbestandes mit Pferden, Fohlen, Ochsen, Stieren, Kühen, Schafen, Kälbern und Schweinen. Ergänzt wurde der Betrieb durch eine Schafhaltung sowie durch Einrichtungen wie eine Mühle und eine Bäckerei, die in den 1920er Jahren zum Gut gehörten. Für das 19. Jahrhundert ist zudem ein ausgeprägtes Verhältnis zwischen Gut und Dorfgemeinschaft greifbar. Im Jahr 1892 wurde auf dem Rittergut Bassendorf eine besondere Feier ausgerichtet. Anlass war die Ehrung einer langjährig dienenden Frau aus dem Umfeld des Gutes, die über fünfzig Jahre im Dienst der gräflichen Familie gestanden hatte. Die Feier fand im Gutspark unter alten Linden statt und vereinte die Dorfbewohner sowie Gäste aus der Umgebung zu einer gemeinsamen Zusammenkunft. In einem feierlichen Rahmen wurde ihr für ihre langjährige Treue eine Auszeichnung überreicht.
Die Lage an der Trebel eröffnete Bassendorf früh zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten. Nachdem der Fluss über mehrere Meilen bis nach Demmin schiffbar gemacht worden war, entstand hier ein Schiffbauplatz. Bis 1800 wurden in Bassendorf sechzehn Schiffe gebaut, darunter die Brigantine „Graf von Wachtmeister“, die bis nach Portugal fuhr. Von Demmin aus führte der Wasserweg über die Peene bis zum Stettiner Haff. Diese Verbindung diente nicht nur dem regionalen Verkehr, sondern auch dem Handel. Über sie wurde Getreide aus Bassendorf weitertransportiert, das bis zur napoleonischen Seeblockade nach England exportiert wurde.
Auch im 20. Jahrhundert versuchte man, die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Gutes über die Landwirtschaft hinaus zu erweitern. Im Jahr 1930 waren im Bereich des Gutsbezirks Bassendorf Erdölbohrungen vorgesehen. Zu diesem Zweck wurde die „Erdölbohrgesellschaft Neuvorpommern“ gegründet, die auf Grundlage geologischer Gutachten vermutete Erdöllager erschließen wollte. An diesem Unternehmen war auch Axel Graf von Wachtmeister beteiligt, der als stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes genannt wird. Damit zeigt sich, dass Bassendorf nicht nur in älterer Zeit von seiner Lage an Wasserwegen profitierte, sondern auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in größere wirtschaftliche Erwartungen einbezogen wurde.
Das Gutshaus entstand um 1780, sein Kernbau wird dieser Zeit zugeordnet und später überformt. Das Gutshaus ist ein eingeschossiger, neunachsiger, verputzter Fachwerkbau auf Feldsteinfundament mit gestuftem Mansarddach. Auf der Vorderseite ist der Mittelteil in drei Achsen leicht vorgezogen und durch ein Zwerchhaus mit Schweifgiebel und Lünettenfenster hervorgehoben. Der ebenerdige Eingang wird von Pilastern gerahmt, darüber sitzt ein Dreiecksgiebel. Drei gerundete Stufen führen zum Portal. Die Fenster des Zwerchhauses werden von Lisenen flankiert, umlaufende Traufen- und Sockelgesimse gliedern den Bau. Zur Parkseite tritt ein zweiachsiger Mittelrisalit mit Schweifgiebel hervor, flankiert von Fledermausgauben. Die Rechteckfenster mit Sprossenwerk sind erneuert. Vor dem Haus liegt ein weites Rondell mit Großgehölzen. Rechts steht ein restauriertes Fachwerkgebäude von 1875 mit übergiebelter Mitte und seitlichem Eingang. Trotz mehrfacher Umgestaltung erhielt das Herrenhaus seinen barocken Charakter.
Zur Anlage gehört ein Hofbereich mit Rondell, das über eine Kastanienallee erschlossen wird. Die Hoffläche ist mit Kopfpflaster befestigt. Zum Gut zählen zudem zwei Stallgebäude sowie ein 1875 errichtetes eingeschossiges Nebengebäude in dekorativem Ziegelfachwerk mit Frontispiz und aufwendig gestalteter Haustür. Die gesamte Anlage war als geschlossene Gutsstruktur mit Herrenhaus im Zentrum angelegt und ist in Teilen bis heute nachvollziehbar. Vom ehemaligen Gutspark hat sich eine bogig geführte Lindenallee erhalten. Weitere alte Bäume und Gehölzstrukturen weisen auf die ursprüngliche Ausdehnung hin.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges endete die Zugehörigkeit Bassendorfs zur Familie von Wachtmeister. Im Zuge der Bodenreform wurde das Gut 1945 enteignet. Das Gutshaus wurde anschließend zu Wohnzwecken genutzt und beherbergte mehrere Wohnungen sowie zeitweise eine Verkaufsstelle. Nach der Privatisierung 2017 wurde das Haus saniert und wird heute als Wohnhaus genutzt. Bassendorf ist ein kleiner Ort geblieben. Während um 1900 etwa 200 Menschen hier lebten, sind es heute deutlich weniger. Die Lage an der Trebel und die erhaltenen Strukturen des ehemaligen Gutes prägen weiterhin das Bild des Ortes.
Die Aufnahmen sind vom Juni 2024.

